Zahnärztliche Materialien - eine Übersicht
Hier werden nur die drei im Bereich der rekonstruktiven Zahnmedizin (Prothetik) eingesetzten Materialgruppen besprochen. Daneben können aber auch Befestigungszemente und Wurzelfüllmaterialien zu Belastungen des Immunsystems führen.
Im Zahnersatzbereich kann man drei Hauptklassen unterteilen:
Metalle, Kunststoffe und Keramiken:
Es folgt eine grobe Übersicht über die Materialgruppen:
Metalle:
Allgemein gilt, daß je edler die Legierung umso geringer das Risiko, vorausgesetzt die Verarbeitung wird korrekt durchgeführt (keine Lötungen, blasenfreie Güsse, etc.). Ob eine bestimmte Legierung gut vertragen wird kann häufig nicht mit ausreichender Sicherheit festgestellt werden.Wichtig ist auch die maximal mögliche Reduzierung der Anzahl unterschiedlicher Legierungen in einer Versorgung.
Goldlegierungen:
Goldlegierungen werden für viele Restaurationsaufgaben im Mund eingesetzt: Als Füllungswerkstoffe (Inlays), als Gerüststruktur für verblendete Kronen und Brücken, als Haltestruktur für Verbindungselemente für Prothesen. Diese Legierungen müssen einer Reihe unterschiedlicher Anforderungen genügen, die die Zusammensetzung bestimmen. Meist werden als Zusätze Platin, Silber, Kupfer, Palladium und Iridium verwendet um bestimmte Materialeigenschaften zu erzielen.
Legierungen mit sehr hohem Goldanteil bereiten weniger oft Probleme als die sogenannten Sparlegierungen. Neue zahntechnische Verfahren vor allem in der Keramiktechnik ermöglichen immer häufiger die Anfertigung völlig metallfreier Versorgungen. Diese sind allerdings sehr aufwendig und teuer.
Grundsätzlich kann jede Goldlegierung unverträglich sein. Nur eine individuelle Testung kann Auskunft über die Verträglichkeit geben.
Sparlegierungen:
Goldlegierungen, bei denen ein hoher Anteil von Palladium, Silber und Kupfer den entsprechenden Goldanteil ersetzt. Diese Legierungen wurden zu Beginn der 80er Jahre besonders häufig eingesetzt. Die Politik und die Krankenkassen hatten wieder einmal ein Sparprogramm aufgelegt und diese Legierungen zur Standardlegierung erklärt. Diese Legierungen zeichneten sich durch eine besonders starke Korrosionsanfälligkeit aus. Sie sollten heute nicht mehr verwendet werden.
Besonders Palladium erweist sich in bioenergetischen Tests sehr häufig als belastendes Material. Palladiumfreie Legierungen sind für alle Zwecke verfügbar. Die Politik und die Krankenkassen haben diese Art des Sparens inzwischen zugunsten anderer Sparmethoden aufgegeben. Das Palladium bleibt in den Mündern der Betroffenen.
Stahllegierungen:
Bestehen aus einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung, sind sehr fest und in der Regel gut verträglich. Probleme machen die Verbindungsstellen zu anderen Metallen durch Lötung. Diese Lötstellen korrodieren im Mund, was mit einem starken Ionentransfer verbunden ist. Wenn solche Verbindungen erforderlich sind sollten sie geklebt oder gelasert werden.
Mit Stahllegierungen lassen sich aber auch eine Reihe von schwierigen prothetischen Aufgaben lösen. Die Verarbeitung ist schwierig, aber man erhält ein Ergebnis ohne Korrosionsprobleme, wenn keine Verbindung zu anderen Metallen erfolgt. Leider erzeugt das Wort Stahl eher negative Assoziationen und wird daher von Patienten eher negativ bewertet.
Titan:
Titan wird besonders in der Implantologie verwendet. Es ist ein sehr gut verträgliches Material, das vom Körper vollständig integriert wird. Leider gibt es in der Kronen- und Brückenprothetik noch erhebliche technische Verarbeitungsprobleme. Wenn diese gelöst sein werden, wird uns ein sehr gut verträgliches Material zu Verfügung stehen.
Keramiken:
Keramiken sind generell ausgezeichnet verträgliche Materialien. Leider müssen Vollkeramische Restaurationen meist mit sogenannten "adhäsiven Verfahren" befestigt werden, wozu Kunststoffe unvermeidlich sind. Damit ist in jedem Fall eine individuelle Materialtestung erforderlich.
Kunststoffe:
Kunststoffe haben einen weiten Einsatzbereich in der Zahnheilkunde und sind im prothetischen Bereich unverzichtbar. Füllungen,Verblendungen und Prothesen werden aus Acrylaten und BISGMAs hergestellt. Die Verträglichkeit hängt in erheblichem Maß von der Verarbeitung und der Art der Kunststoffe ab. So gibt es mit kaltpolymerisierenden Kunststoffen häufiger Probleme als mit Kunststoffen, die zur Aushärtung gekocht werden müssen. Aus kalthärtenden Kunststoffen wird nach der Härtung mehr Monomer emittiert als aus den besser durchgehärteten heißpolymerisiernden Acrylaten.
Füllungskunststoffe:Die neuen Füllungskunststoffe bestehen zu ca. 60 bis 80 % aus anorganischen Füllkörpern wie Gläsern und Silikaten. Der Kunststoff bildet das Gerüst für diese Füllmaterialien. Wichtig ist die möglist weitgehende Polymerisation der Kunststoffe.
Prothesenkunststoffe:Hier ist die korrekte Verarbeitung besonders wichtig um eine dauernde Emission von Monomeren zu vermeiden. Die individuelle Verträglichkeit kann nur im bioenergetischen Test ermittelt werden.