Die Wurzelbehandlung - eine sehr aufwendige und techniksensitive Behandlung
Der Erfolg einer Wurzelbehandlung ist in erster Linie von einer exakten technischen Durchführung abhängig. Diese Behandlung benötigt daher neben hohem technischen Aufwand sehr viel Zeit und auch Erfahrung,
Das Ziel:
- Vollkommene Entfernung aller Weichgewebsreste aus dem Wurzelkanal
- Desinfektion des Wurzelkanals und seiner Seitenkanäle
- Absolut dichter und wandständiger Verschluss der gereinigten Kanäle
- Absolut dichter Verschluss des Kronenanteils (zum Mundraum)
Die Methode:
- Maschinelle Aufbereitung der Kanäle mit flexiblen Ni -Ti-Instrumenten (extrem flexible Instrumente aus Nickel-Titan-Legierungen - das Nickel ist in der Legierung gebunden und verbleibt nicht im Zahn - es sind keine allergischen Reaktionen möglich)
- Einsatz von Drehmoment kontrollierten Motoren - um Instrumentenbrüche zu vermeiden.
- Füllung mit dem zur Zeit am besten verträglichen Material Gutta-Percha. Keine Füllung mit zweifelhaften Zementen oder formaldehydhaltigen Pasten!
- Die Wurzelfüllung muss mit heisser Gutta-Percha 3-dimensional erfolgen, d.h. das Material muss unter Druck in alle Richtungen eingebracht werden, damit auch Seitenkanäle mitgefüllt werden können.
- Absolute Abschirmung des Zahninneren durch Kofferdam, um das Eindringen von Bakterien aus dem Mundraum während der Behandlung zu verhindern.
- Bei Zweifeln ob die Desinfektion gelungen ist: 6 bis 12 Wochen temporäre Wurzelfüllung mit desinfizierender Paste.
- Anwendung von optischen Sehhilfen (stark vergrössernde Lupe oder Mikroskop) um alle Wurzelkanäle zu finden und keine Gewebsreste zu belassen.
Die Chancen:
- Wenn die oben angeführte Methode gewissenhaft durchgeführt wird: ca. 90%.
- Wenn eine Revision (d.h. Entfernung einer alten Wurzelfüllung) erforderlich ist, sinken die Chancen deutlich auf 70 - 80 %.
- Die nach den Vorgaben der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführten Behandlungen (nur zweidrittel des Kanals müssen gesäubert werden) haben eine Chance höchstens von 40 - 50 %.
Die Risiken:
- Instrumente können bei der Reinigung der oft extrem engen Wurzelkanäle brechen.
- Trotz scheinbar gut aufbereiteter Wurzelkanäle klingt die Entzündung nicht ab - der Zahn muss entfernt werden.
- Unter Umständen können nicht alle Kanäle aufbereitet werden, weil sie durch harte Dentinpartikel blockiert sind.
- Instrumente können den Wurzelkanal zur Seite durchbohren.
- Wenn es zu einem dieser Zwischenfälle kommt - muss der Zahn entweder entfernt werden oder es wird als letzte Möglichkeit ein chirurgischer Rettungsversuch unternommen.
Woran erkennt man einen Misserfolg?
- Schmerzen: Der Zahn ist nach 2 bis 3 Wochen noch aufbissempfindlich
- Das nach 6-12 Monaten obligatorische Röntgenbild zeigt eine anhaltende Entzündung an der Wurzelspitze



